Warum die Vereinigte Arabischen Emirate geschont werden

  • Wer vom Krieg im Sudan spricht, darf zur Rolle der VAE nicht schweigen.
  • Dass die EU und die Bundesregierung an ihren guten Beziehungen zu den VAE festhalten, ist ein Lehrstück über den aktuellen Zustand der EU und der BRD.
  • Es zeigt, dass Menschenrechte und Strafverfolgung von Genozid ökonomischen und geostrategischen Interessen geopfert wird.
  • Das blendende Image der VAE als Influencer-Paradies muss als erstes zerstört werden.
  • Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den VAE müssen sofort ausgegesetzt werden.
  • Weitere Massaker im Sudan müssen verhindert werden.

Seit mehr als drei Jahren frisst sich der Krieg zwischen den Rapid Support Forces (RSF) und den Sudanese Armed Forces (SAF) durch den Sudan – die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart: 400.000 Todesopfer allein bis August 2025, 14 Millionen Menschen auf der Flucht, davon 4 Millionen ins Ausland, 19 Millionen Menschen im Sudan sind akutem Hunger ausgesetzt. Von der Weltöffentlichkeit wird der Krieg weitgehend ignoriert, nur kurz unterbrochen von Meldungen über Massaker wie das in al-Fāschir Ende Oktober 2025, als mehr als 10.000 Menschen in wenigen Tagen getötet wurden.

el-fashir

Ein neues Massaker droht

Nun droht einer anderen von der RSF belagerten Stadt, dem al-Ubayyid (Al Obeid) in der Provinz Schamal Kurdufan, dasselbe Schicksal. Das Auswärtige Amt (AA) hat zusammen mit anderen EU-Staaten und dem UK eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die RSF solle „ihren Angriff unverzüglich einstellen“. Das AA stellt richtigerweise fest: „Durch Unterstützung von außen wird dieser Konflikt weiterhin aufrechterhalten.” Doch benannt werden die Unterstützer von außen nicht, obwohl allgemein bekannt ist, dass es die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind, die die RSF mit Waffen ausstatten.

Die VAE und der Waffenhandel mit den RSF

Ungeachtet der Beweise für die Unterstützung der RSF durch mit VAE mit Waffen aller Art weisen die VAE jede Kritik von sich. Ihre Aktivitäten in der Region würden nur humanitären Zwecken dienen. Doch die Beweislage gegen sie ist erdrückend.

Die Beweislage

Die Hinweise auf Waffenlieferungen der VAE an die RSF stammen aus mehreren voneinander unabhängigen Quellen. Besonders bedeutsam sind Berichte der Vereinten Nationen, Untersuchungen internationaler Menschenrechtsorganisationen sowie Analysen von Flugbewegungen und Waffenfunden.

UN-Expertenberichte

Das Expertengremium des UN-Sicherheitsrats für den Sudan berichtete im Januar 2024 von „glaubwürdigen Beweisen“ (credible evidence) für Waffenlieferungen an die RSF über den Tschad. Die Experten stützten sich dabei auf Flugverfolgungsdaten, Satellitenbilder und Zeugenaussagen vor Ort.

Aussagen der US-Regierung

Im Januar 2024 erklärten die US-Kongressabgeordnete Sara Jacobs und Senator Chris Van Hollen nach einem Briefing der US-Regierung, die VAE würden Waffen an die RSF liefern. Van Hollen erklärte:

“The UAE is providing weapons to the RSF, in direct contradiction to assurances they have given the United States.”

Obwohl das zugrunde liegende Briefing nicht öffentlich ist, gelten die Aussagen als wichtiger Hinweis auf die Einschätzung der US-Regierung.

Flugbewegungen und Logistikrouten

Mehrere Untersuchungen dokumentierten regelmäßige Frachtflüge von den VAE nach Amdjarass im Osten des Tschad. Reuters berichtete Ende 2025 darüber hinaus, dass Lieferungen zunehmend über Ostlibyen umgeleitet wurden. Insbesondere die Region Kufra entwickelte sich zu einem wichtigen Logistikzentrum für die Versorgung der RSF.

Siehe auch die archivierten Inhalte des Conflict Observatory.

Forensische Waffenanalyse

Im Mai 2025 veröffentlichte Amnesty International eine Untersuchung zu Waffen in RSF-Beständen. Die Organisation identifizierte chinesische GB50A-Lenkbomben sowie AH-4-Haubitzen.

Nach Angaben des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) waren die VAE der einzige bekannte Importeur des AH-4-Systems außerhalb Chinas. Amnesty
gelangte deshalb zu dem Schluss, dass die Waffen mit hoher Wahrscheinlichkeit über die VAE an die RSF gelangt seien.

Motive der VAE für die Unterstützung der RSF

Die Frage nach den Motiven ist entscheidend für das Verständnis des Konflikts. Direkte Beweise für politische Entscheidungen in Abu Dhabi liegen naturgemäß nicht vor. Mehrere Faktoren werden jedoch regelmäßig von Forscher*innen und Journalist*innen genannt.

Kontrolle über Goldströme

Die RSF kontrollieren bedeutende Goldminen in Darfur. Ein erheblicher Teil des dort geförderten Goldes gelangt über den Tschad und Libyen nach Dubai.

Mehrere Untersuchungen argumentieren, dass wirtschaftliche Interessen am Goldhandel ein wichtiger Faktor der emiratischen Sudanpolitik sind.

Geopolitische Interessen am Roten Meer

Der Sudan besitzt eine strategische Lage am Roten Meer. Die VAE verfolgen seit Jahren eine aktive Politik zum Ausbau ihres Einflusses entlang wichtiger Seehandelsrouten. Häfen und Logistikzentren am Roten Meer spielen dabei eine zentrale Rolle. Seit 2015 haben die VAE mehrere jemenitische Häfen und Inseln übernommen und Basen in Assab in Eritrea und Berbera in Somaliland eingerichtet.

Ein Einfluss auf die Machtverhältnisse im Sudan verschafft den VAE langfristige wirtschaftliche und sicherheitspolitische Vorteile.

Regionale Machtpolitik

Die Unterstützung lokaler Partner ist seit Jahren ein Merkmal emiratischer Außenpolitik. Ähnliche Muster waren zuvor bereits in Libyen und im Jemen zu beobachten.

Mehrere Beobachter*innen sehen die Sudanpolitik der VAE daher als Teil einer umfassenderen Strategie zur Ausweitung regionalen Einflusses.

Postfossile Strategien im repressiven Staat

Gold, Handel, Waffen, Finanzen – hinzu kommt Künstliche Intelligenz als „neues Öl“. Mit diesen Strategien versuchen sich die VAE auf das postfossile Zeitalter vorzubereiten, mit einigem Erfolg. Der ökonomische Erfolg der VAE spiegelt sich in den Glitzerbauten Abu Dhabis und Dubais wider, er basiert aber auf einem äußerst repressiven Regime. 80 Prozent der Bevölkerung sind Arbeitsmigrant*innen, meist Männer aus Pakistan und Indien, die in sklavenähnlichen Ausbeutungsverhältnissen feststecken. Politische Parteien und Gewerkschaften sind in der Erbmonarchie verboten. Bei Ranglisten politischer Rechte und von Bürgerrechten rangieren die VAE auf den hinteren Plätzen. In einem jahrelangen Massenprozess
wurde 2025 Dutzende Menschenrechtsverteidiger*innen und politische Dissident*innen zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Die Rapid Support Forces als Empfänger der Waffenlieferungen

Um die Bedeutung der mutmaßlichen Waffenlieferungen der VAE einordnen zu können, ist ein Blick auf die Struktur und Rolle der RSF erforderlich.

Die Rapid Support Forces (RSF) entstanden offiziell 2013 aus den sogenannten Janjaweed-Milizen, die bereits während des Darfur-Konflikts ab 2003 für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht wurden. Unter ihrem Kommandeur Mohamed Hamdan Dagalo („Hemeti“) entwickelten sich die RSF von einer regionalen Miliz zu einer landesweit operierenden paramilitärischen Organisation.

Vor Ausbruch des Bürgerkriegs im April 2023 verfügten die RSF über schätzungsweise 70.000 bis 100.000 Kämpfer. Sie kontrollierten erhebliche Teile des Goldabbaus in Darfur und bauten ein eigenständiges wirtschaftliches Netzwerk auf, das Einnahmen aus Bergbau, Handel und grenzüberschreitendem Schmuggel umfasst.

Diese wirtschaftliche Unabhängigkeit unterscheidet die RSF von vielen anderen bewaffneten Gruppen in Afrika. Die Organisation ist nicht ausschließlich auf staatliche Finanzierung angewiesen und kann eigene internationale Kontakte pflegen. Gerade die Kontrolle über Goldminen macht die RSF zu einem attraktiven Partner für externe Akteure.

Gold als Finanzierungsquelle

Besondere Bedeutung kommt den Goldminen in Darfur zu. Nach Untersuchungen von Chatham House wird ein erheblicher Teil des dort geförderten Goldes außer Landes gebracht.

Mehrere Untersuchungen beschreiben ein System, bei dem Gold über den Tschad und Libyen nach Dubai gelangt. Dort wird es in den regulären Goldhandel integriert. Die genaue Größenordnung dieses Handels ist umstritten, doch besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Kontrolle über Goldressourcen ein zentrales Machtinstrument der RSF darstellt.

Neben Gold kommt ein großer Teil der Einnahmen der RSF aus dem Viehhandel
mit der arabischen Halbinsel. Eine etwas geringere, aber immer noch bedeutende Rolle spielt der Handel mit Gummi Arabicum, wovon die RSF überwiegend mit Wegezöllen profitiert.

Die Position der Vereinigten Arabischen Emirate

Die emiratische Regierung weist sämtliche Vorwürfe zurück, Waffen an die RSF geliefert zu haben.

Nach offizieller Darstellung würden die Aktivitäten der VAE im Osten des Tschad und in anderen Nachbarstaaten des Sudan ausschließlich humanitären Zwecken dienen. Abu Dhabi verweist auf umfangreiche Hilfsprogramme für Flüchtlinge und Vertriebene sowie auf medizinische Hilfslieferungen in die Region.

In Stellungnahmen gegenüber den Vereinten Nationen, internationalen Medien und westlichen Regierungen erklärten die VAE wiederholt, keine der Konfliktparteien militärisch zu unterstützen.

Die Regierung argumentiert außerdem, dass bislang keine internationale Gerichtsentscheidung festgestellt habe, dass die VAE gegen internationale Verpflichtungen verstoßen hätten. Das liegt aber daran, dass der International Court of Justice aus formellen Gründen die Klage gegen die VAE abgewiesen hat.

Kritiker*innen entgegnen, dass die Frage nicht sei, ob ein Gericht bereits eine endgültige Entscheidung getroffen habe, sondern dass die vorliegenden Indizien bereits eine ausreichende Grundlage für politische Maßnahmen und Sanktionen
darstellen.

Völkerrechtliche Einordnung

Die mutmaßlichen Waffenlieferungen an die RSF wären nicht lediglich politisch umstritten, sondern könnten mehrere internationale Regelwerke verletzen.

Das Waffenembargo für Darfur

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängte bereits 2004 ein Waffenembargo gegen nichtstaatliche bewaffnete Gruppen in Darfur.

Die Resolution 1556 (2004) und Resolution 1591 (2005) untersagen die Lieferung von Waffen und militärischer Ausrüstung an solche Gruppen. Das Embargo wurde mehrfach verlängert und zuletzt durch Resolution 2750 (2024) bestätigt.

Da die RSF wesentliche Teile ihrer militärischen Aktivitäten in Darfur entfalten, würden Waffenlieferungen an diese Organisation grundsätzlich unter das Embargo fallen.

Endverbleibsklauseln

Viele moderne Waffensysteme werden nur unter der Bedingung exportiert, dass sie beim angegebenen Endnutzer verbleiben. Eine Weitergabe an Dritte bedarf regelmäßig der Zustimmung des Ursprungsstaates.

Sollten die VAE importierte Waffen an die RSF weitergegeben haben, wären zahlreiche dieser Endverbleibserklärungen
verletzt worden.

Arms Trade Treaty

Die VAE sind Vertragsstaat des Arms Trade Treaty.

Der Vertrag verpflichtet die Mitgliedstaaten, Waffenexporte zu unterlassen, wenn diese gegen UN-Sanktionen verstoßen oder ein erhebliches Risiko besteht, dass die Waffen für schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht verwendet werden.

Menschenrechtsorganisationen argumentieren, dass die dokumentierten Verbrechen im Sudan eine Genehmigung solcher Transfers ausschließen müssten.

Internationale Reaktionen

Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof

Am 5. März 2025 reichte Sudan Klage gegen die VAE beim Internationalen Gerichtshof (ICJ) ein.

Sudan argumentierte, die Unterstützung der RSF habe zu Verstößen gegen die Völkermordkonvention beigetragen.

Der Gerichtshof erklärte sich jedoch am 5. Mai 2025 für unzuständig. Ausschlaggebend war ein Vorbehalt der VAE gegen Artikel IX der Völkermordkonvention, der Streitigkeiten zwischen Vertragsstaaten vor den ICJ bringen soll.

Das Urteil stellte ausdrücklich keine inhaltliche Bewertung der Vorwürfe dar.

Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs

Der Internationale Strafgerichtshof untersucht weiterhin Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur.

Der Bericht des IStGH-Anklägers an den UN-Sicherheitsrat vom Dezember 2025
dokumentiert den aktuellen Stand. Direkte Verfahren gegen emiratische Staatsvertreter erscheinen jedoch schwierig, da die VAE das Römische Statut nicht ratifiziert haben.

Siehe auch die Analyse von Human Rights Watch zu den rechtlichen Möglichkeiten.

Politische Reaktionen in den USA

Mehrere Mitglieder des US-Kongresses forderten Einschränkungen der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit mit den VAE.

Besonders aktiv waren Senator Chris Van Hollen und die Abgeordnete Sara Jacobs, die auf Grundlage von Regierungsinformationen argumentierten, die VAE unterstützten die RSF entgegen früherer Zusicherungen gegenüber den Vereinigten Staaten. Siehe die Pressemitteilung von Van Hollen vom 24. Januar 2024.

Sanktionen des US-Finanzministeriums

Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) verhängte 2025 mehrere Sanktionen gegen Netzwerke, die mit der Unterstützung der RSF in Verbindung gebracht wurden.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Sanktionierung eines Netzwerks mit Sitz in den VAE vom 8. Dezember 2025, das kolumbianische Söldner für Einsätze im Sudan angeworben haben soll.

Fazit

Die Vorwürfe gegen die Vereinigten Arabischen Emirate beruhen auf einer ungewöhnlich breiten und vielfältigen Beweisgrundlage. UN-Expertenberichte, Aussagen westlicher Regierungsvertreter*innen, forensische Waffenanalysen, Flugbewegungsdaten und investigative Recherchen gelangen weitgehend zu übereinstimmenden Ergebnissen.

Besonders bedeutsam sind die Feststellungen des UN-Expertengremiums, die Reuters-Recherchen zu den Versorgungsrouten über Tschad und Libyen sowie die Untersuchungen von Amnesty International zu chinesischen Waffensystemen in RSF-Beständen.

Gleichzeitig bestreiten die VAE sämtliche Vorwürfe und verweisen auf humanitäre Aktivitäten in der Region. Eine internationale Gerichtsentscheidung, die die emiratische Verantwortung inhaltlich bestätigt oder widerlegt hätte, liegt bislang nicht vor.

Die Frage nach den Motiven verweist auf wirtschaftliche und geopolitische Interessen. Die Kontrolle von Goldströmen aus Darfur, der Einfluss auf Handelsrouten am Roten Meer sowie die langfristige Regionalpolitik der VAE bieten plausible Erklärungsansätze für eine Unterstützung der RSF. Diese Zusammenhänge sollen im Folgenden näher beleuchtet werden.

Die VAE als „strategischer Partner“ der EU

Woher kommt diese Zurückhaltung der europäischen Staaten gegenüber den VAE?

Dafür sind im Wesentlichen fünf Gründe ausschlaggebend:

  1. Energiepartnerschaft,
  2. Investitionen,
  3. Schifffahrts- und Sicherheitsinteressen,
  4. Migrationspolitik,
  5. geopolitischer Zusammenarbeit gegen Iran und islamistische Akteure.

Energiepartnerschaft

habeck

Unvergessen ist die Verbeugung des damaligen Wirtschaftsministers Robert Habeck vor Zayed Al Nahyan, dem späteren Präsidenten der VAE, im März 2022, kurz nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine. Der Krieg zwischen den RSF und der SAF brach 13 Monate später aus, das Interesse Deutschlands an Flüssiggas (LNG) und Wasserstoffprojekten bleibt ungebrochen.

Investitionen und Finanzplatz

Mit Öl und Gas haben die VAE wie die anderen Golfstaaten einen immensen Reichtum angehäuft. Ihr Kapital sucht neue Anlagemöglichkeiten, auch in Europa. Diese Kapitalinteressen
wiegen schwerer als die Komplizenschaft der VAE am Genozid im Sudan.

Schifffahrt und Rotes Meer

Die Bundesregierung betrachtet die VAE als „sicherheitspolitischen Partner“ für die Stabilität der Handelsrouten im Roten Meer, im Golf von Aden und im Indischen Ozean.

Migration

Die Rapid Support Forces wurden unter dem Al-Bashir-Regime ausgebaut, ihr Chef Mohammed Hamdan Daglo, genannt „Hemeti“, bot sich den EU-Ländern als Grenzschutz an, der die „irreguläre“ Migration durch den Sudan eindämmen würde – obwohl bekannt war, dass Hemeti an der Ausplünderung von Migrant*innen mit verdiente. Die EU, die am „Khartoum Process“ beteiligt war, stärkte somit die RSF. Gleichzeitig hatten die VAE schon in den 2010er Jahren enge Beziehungen zu Hemeti im Gold- und Waffenhandel. In der Unterstützung der RSF konvergieren die Interessen von EU und VAE, die EU mit ihrem Interesse an Migrationskontrolle, die VAE aus geopolitischen und ökonomischen Interessen.

Sicherheitspolitik

Die Bundesregierung und die EU betrachten die VAE als Partner gegen islamistische Gruppen und Verbündeten westlicher Staaten.

„Die VAE sind ein Partner des Vertrauens“

Am 10. April 2025, die Verstrickung der VAE in den Waffenhandel an die RSF war schon hinlänglich bekannt, begann die EU Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den VAE. Die Präsidentin der EU-Kommission Ursula van der Leyen, bezeichnete die VAE wiederholt als „trusted partner“ oder „strategic partner“.

Einen „strategischen Partner“, der für das eigene ökonomischen und geostrategischen Interessen von großem Wert ist, stößt man nicht vor den Kopf, sondern nimmt dessen Komplizenschaft mit dem Genozid der RSF im Sudan billigend in Kauf – das ist das Kalkül der EU und der Bundesregierung. Geld für humanitäre Hilfe ja, aber keine effektiven Sanktionen gegen das Regime der VAE.

Thesen und Forderungen

  • Wer vom Krieg im Sudan spricht, darf zur Rolle der VAE nicht schweigen.
  • Dass die EU und die Bundesregierung an ihren guten Beziehungen zu den VAE festhalten, ist ein Lehrstück über den aktuellen Zustand der EU und der BRD.
  • Es zeigt, dass Menschenrechte und Strafverfolgung von Genozid ökonomischen und geostrategischen Interessen geopfert wird.
  • Das blendende Image der VAE als Influencer-Paradies muss als erstes zerstört werden.
  • Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den VAE müssen sofort ausgegesetzt werden.
  • Weitere Massaker im Sudan müssen verhindert werden.