„People’s Conference“ Sudanesische Stimmen ins Zentrum

PRESSEMITTEILUNG

Am 11. April 2026 versammelte die neu gegründete deutsche Sektion von Bana, einem sudanesischen intersektionalfeministischen Netzwerk, weit über 100 Gäste zu einer Konferenz – nur wenige Tage vor dem staatlich organisierten Sudan-Gipfel in Berlin am 15. April und drei Jahre nach Beginn des aktuellen Krieges im Sudan. Die Konferenz brachte Aktivistinnen, Forscherinnen und Interessierte zusammen, um die Perspektiven der sudanesischen Zivilbevölkerung in den Vordergrund zu rücken.

Berlin, 14. April 2026. „Mit ‚Centering Sudanese Voices‘ möchte Bana ihre Forderung unterstreichen, dass Zivilist*innen – insbesondere Frauen und Menschen aus den marginalisierten Gebieten, die am stärksten vom Krieg betroffen sind – im Mittelpunkt aller Bemühungen und Entscheidungsprozesse stehen müssen, um den Konflikt zu beenden und dauerhaften Frieden zu schaffen. Darüber hinaus fordert Bana dringend, den Konflikt auf verschiedenen Ebenen anzugehen, da humanitäre Hilfe allein den Krieg nicht beenden kann. Um einen dauerhaften Frieden zu erreichen, müssen zudem der Waffenfluss kontrolliert und Sanktionen gegen die Verantwortlichen verhängt werden, der Handel mit Rohstoffen, die von den Konfliktparteien gefördert werden, unterbunden und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden“, sagt Mai Shatta, Initiatorin von Bana.

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Das Doppelgesicht der IOM

Redebeitrag auf der Anti-Frontex-Radtour am 12.04.20261

Nächsten Mittwoch, am 15. April, findet in Berlin die dritte Sudan-Konferenz statt. Es soll um humanitäre Hilfe für die Menschen im Sudan gehen und es soll um Frieden für den Sudan gehen. Doch an den Erfolgsaussichten sind Zweifel angemeldet.2 Die Organisatoren haben nämlich genauso wie letztes Jahr Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate eingeladen, also jene Staaten, die die eine oder die andere Kriegspartei unterstützen, die sich ihre militärische Unterstützung in Gold bezahlen lassen und die kein Interesse an einem Ende des Krieges haben. Aber die EU strebt lieber ein Freihandelsabkommen mit den Emiraten an, als Druck auf die VAE auszuüben. In London scheiterte die Konferenz ergebnislos. Wir werden sehen, was am Mittwoch dabei herauskommt.

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Centering Sudanese Voices: A People’s Conference

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Am 15. April richtet die Bundesregierung die 3. Internationale Sudan-Konferenz in Berlin aus. Wie auf den Vorläuferkonferenzen in Paris und London soll es darum gehen, „die Friedensbemühungen besser zu koordinieren“, mehr Geld für humanitäre Hilfe zu beschaffen und einen „zivil geführten Übergang“ zu schaffen. Allerdings kam es auf der Londoner Konferenz zu keiner gemeinsamen Abschlusserklärung. Die eingeladenen Unterstützer der Kriegsparteien – Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – wiesen jede Verantwortung für den fortdauernden Krieg von sich.

Als Reaktion auf die offizielle Staatenkonferenz veranstaltet die Bana Group for Peace and Development die Gegenkonferenz Centering Sudanese Voices: A People’s Conference.

Zeit: Samstag, 11. April, 14:00 Uhr bis 17:30 Uhr
Ort: Institut für Europäische Ethnologie, Anton-Wilhelm-Amo-Straße 40–41, 10117 Berlin Weiterlesen

Sudan – Leid und Profit

Sudan

Quelle: https://sudan.liveuamap.com


Sudan – Leid und Politik von Arnaud Julien-Thomas (Le Monde diplomatique, 08.01.2026) geht der Frage nach, wie die Regionalmächte Ägypten, Saudi-Arabien und vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate vom Krieg im Sudan profitieren und ihn am Laufen halten. Hier eine Zusammenfassung.

Eskalation der Gewalt und humanitäre Katastrophe
Seit dem Ausbruch des offenen Konflikts zwischen der sudanesischen Armee (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) im April 2023 hat sich Sudan in einen verheerenden Bürgerkrieg verwandelt. Die Eroberung von al-Fashir, der Hauptstadt Nord-Darfurs, durch die RSF im Oktober 2025 markiert einen neuen Tiefpunkt: Massaker, Folter und ethnisch motivierte Hinrichtungen wurden von UN-Vertretern dokumentiert und durch Satellitenanalysen bestätigt. Darfur gilt nun als „globales Epizentrum menschlichen Leids“. Beide Konfliktparteien gehen mit äußerster Brutalität gegen Zivilisten vor – die RSF setzen gezielt auf eine Panikstrategie nach Vorbild des IS, während auch der SAF systematische Gewalt gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen nachgewiesen wurde. Weiterlesen

Die Internationale Organisation für Migration – humanitärer Kitt des unmenschlichen Systems

Redebeitrag zur Internationalen Organisation für Migration (IOM) auf der Abolish-Frontex-Radtour am 22.06.2025 in Berlin

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Wenige Häuser von uns entfernt betreibt die IOM das „Global Migration Data Analysis Centre“. Ich werde später auf dieses Datenzentrum zurückkommen, doch zunächst ein paar Worte zur IOM selbst.

Auf ihrer Website empfängt die „International Organisation for Migration“ alle Besucher·innen mit den besten Absichten: Da ist die Rede von Leben retten, vulnerable Personen unterstützen und einer humanen, geordneten Migration zum Nutzen aller Alles klingt humanitär, alles klingt gut. Doch das humanitäre Image der IOM ist nur Fassade.

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Das Spionagenetzwerk der IOM

Redebeitrag zur IOM auf der Anti-Frontex-Fahrradtour am 03.11.2024

1. IOM Deutschland, Charlottenstraße 68

Foto: Leif Hinrichsen, CC BY-NC 2.0

Eine Organisation wie die International Organisation for Migration darf nicht im Berliner Regierungsviertel fehlen. Gegründet wurde die IOM 1951, damals noch unter einem anderen Namen. Zu jener Zeit sollte sie vor allem das Resettlement von Displaces Persons organisieren. Seitdem ist die Organisation unaufhörlich gewachsen. Heute hat sie einen Jahresumsatz von 2,5 Milliarden US-Dollar. Seit 2016 darf sie sich eine offizielle UN-Organisation nennen. Derzeit sind 175 Staaten Mitglied in der IOM, doch die Finanzierung kommt vor allem von Ländern, für die IOM praktische Aufträge zur Migrationskontrolle ausführt.

Doch was ist problematisch an einer Organisation, die sich auf die Fahnen geschrieben hat: „Humane und geordnete Migration ist sowohl für die Migrant·innen als auch die Gesellschaft von Vorteil“? Oder more catchy als Slogan: „Better Migration Management„.

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